Seit nunmehr acht Wochen liegt unser Gemeindeleben nahezu brach. Gottesdienste finden nur noch als Audiogottesdienste statt und dadurch fehlt insbesondere der persönliche Kontakt, der für unsere Gemeinde so viel ausmacht. In unserem Hauskreis hatten wir kurz überlegt, ob man sich nicht trotzdem mit ausreichend Abstand treffen könnte, aber es war auch sehr schnell klar, dass das allein schon aufgrund der Auflagen der Bundesregierung nicht möglich war. Was also tun? Wochenlang auf den Hauskreis verzichten? Keiner wusste ja, wie lang das so gehen sollte. Da es für einige aus dem Hauskreis im Beruf etwas ganz Normales ist, Onlinekonferenzen zum Teil mit Videobild durchzuführen, kam die Idee auf, auch im Hauskreis auf diese Möglichkeit zurückzugreifen. Gesagt, getan. Jörg Martin war sofort engagiert, hat mit den computeraffinen Teilnehmern Tests durchgeführt und den nicht so computeraffinen geholfen, das erforderliche Programm zu installieren. Und er hatte auch gleich die Idee, Friedrun und Frank Thomschke als ehemalige Hauskreismitglieder einzuladen. Dann startete der erste Onlinehauskreis. Wird es bei jedem klappen, sich einzuwählen? Reicht die Datenleitung bei jedem aus? Aber irgendwelche Sorgen waren unberechtigt. Alle waren auf Anhieb erfolgreich, das Videobild war manchmal weg, aber der Ton war stabil und auch die Zuschaltung aus Döbeln funktionierte. So können wir uns trotz Corona hören, sehen und austauschen. Die ersten beiden Abende haben wir uns nur über unseren Alltag unterhalten, aber inzwischen tauschen wir uns auch über den Tagestext der Bibellese aus. Jedem tut es gut, seine Situation zu schildern und von den anderen zu hören, wie es ihnen geht. Welche Sorgen hat man auf dem Herzen, welche täglichen Schwierigkeiten gibt es zu meistern, aber auch welche positiven Erlebnisse erfährt man. Was mich besonders bewegt, ist das gemeinsame Beten. Am Ende des Haukreises halten wir eine Gebetsgemeinschaft und schließen diese mit dem Vaterunser ab. Was für eine erhebende Erfahrung, dass wir zwar nicht zusammenkommen können, aber durch unseren Herrn Jesus Christus miteinander verbunden sind. Und gleichzeitig zu wissen, dass es wahrscheinlich Millionen Menschen auf der Erde gibt, die zum gleichen Zeitpunkt in ihren Kreisen beten und mit denen wir dadurch unbekannterweise ebenfalls verbunden sind. Das gefällt allen so gut, dass wir seitdem jede Woche Onlinehauskreis haben und damit zumindest einen Teil des Gemeindelebens aufrechterhalten. Wir hoffen und beten, dass wir uns bald auch wieder persönlich treffen können, aber bis dahin behelfen wir uns mit Videohauskreisen.

Euch allen wünschen wir Gottes Segen in dieser Zeit und bleibt gesund.