Woran haben Sie als Erstes gedacht, als Sie diese Jahreslosung gelesen haben? Vermutlich denken die meisten Menschen zunächst an die großen Konflikte in unserer Welt. Es ist sicher wichtig, dass Christen zum Unrecht in unserer Welt nicht schweigen. Aber es gibt noch einen anderen Beitrag, den wir leisten können. Ich bin überzeugt, wenn wir in unseren Familien und Gemeinden im Frieden miteinander umgehen, dann hat das eine Ausstrahlungskraft auf unsere Gesellschaft, die wirksamer ist als mancher gut gemeinte Apell.
Wie sieht es denn unter uns aus? Gelingt es uns in den Familien, Unterschiede friedlich auszuhalten und sogar davon zu profitieren, dass wir verschieden sind? Wie gehen wir mit Meinungsverschiedenheiten in unseren christlichen Gemeinschaften um? Eigentlich müssten doch Menschen, die an Jesus glauben, etwas von dem Frieden ausstrahlen, den er in unsere Welt gebracht hat.
Wie kann das im Alltag gelingen? Das hebräische Wort für Frieden heißt „Shalom“. Das bedeutet, dass Menschen mit unterschiedlichen Temperamenten und unterschiedlichen Meinungen zum Wohl aller miteinander auskommen, so, dass es allen gut geht. Wer „Frieden sucht“, achtet feinfühlig darauf, bei Konflikten den richtigen Ansatzpunkt für eine Lösung zu finden. Wer dem „Frieden nachjagt“, man könnte auch sagen ihn „verfolgt“, setzt sich intensiv ein und gibt so lange nicht auf, bis das gefunden ist, was zum Frieden führt.
Wie sieht es in Ihren Beziehungen zu anderen Menschen in Ihrer Familie, im Freundeskreis am Arbeitsplatz und in der Gemeinde aus? Wo kommt es für Sie heute darauf an, Frieden zu suchen und ihm nachzujagen?

Georg Grobe

Verbandsvorsitzender